Wir beraten Sie zu entsprechenden Beschwerden und können helfen diese zu beheben.
Hysterektomie
Erfahren Sie mehr über Hysterektomie (Gebährmutterentfernung) und deren Behandlung in diesem Beitrag.
Alles, was Sie über eine Hysterektomie (Gebährmutterentfernung) wissen müssen
Dieser Eingriff wird in den meisten Fällen aufgrund einer gutartigen Erkrankung durchgeführt (gutartige Hysterektomie) und seltener zur Behandlung von Krebs. Seit 2003 ist die Zahl der Eingriffe deutlich rückläufig. Grund dafür sind verbesserte, gebärmuttererhaltende Behandlungsalternativen und strengere Indikationsstellungen. In den darauffolgenden Jahrzehnten (im Jahr 2022) sanken die jährlichen Fallzahlen laut dem gemeinsamen Bundesausschuss von 1ca. 150.000 auf rund 85.000 Operationen.
Die Anzahl der Hysterektomien im Zusammenhang mit Krebs liegt bei etwa bei 10 %. Die Gebärmutter wird sowohl bei Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), Gebärmutterkörperkrebs (Corpuskarzinom) als auch Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom) entfernt.
Quelle: Bericht des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) Entwicklung einer Patientenbefragung für das Qualitätssicherungsverfahren Hysterektomie. Stand 15. Mai 2024
Gutartige (benigne) Gründe für die Entfernung der Gebärmutter
Myome: Myome sind bei Frauen häufig, und im Alter zwischen 40-50 Jahren treten sie bei 50 % der Frauen auf. Sind die Myome nicht sehr groß, müssen sie keine Beschwerden verursachen und schrumpfen nach den Wechseljahren in der Regel (aufgrund der geringeren Östrogenproduktion) und stellen kein weiteres Problem dar. Sie können jedoch so groß werden, dass sie Drucksymptome und Schmerzen in der Umgebung verursachen, beispielsweise im Darm (Schwierigkeiten beim Stuhlgang) und in der Blase (häufiger Harndrang). Sie können auch die Funktion der Gebärmutterhöhle beeinträchtigen und dadurch die Menstruation stören, was zu starken und möglicherweise unregelmäßigen Blutungen führen kann.
Starke Blutungen: Auch eine normal große Gebärmutter kann Probleme wie starke Blutungen mit und ohne Schmerzen verursachen. Wenn weniger invasive Methoden wie Hormontherapie, Hormonspiralen oder die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut das Problem nicht lösen können, kann eine Hysterektomie erforderlich sein.
Endometriose: Endometriose ist ein schmerzhafter Zustand, insbesondere während der Menstruation. Bei dieser Erkrankung findet sich an anderen Stellen im Becken eine Schleimhaut, die der Schleimhaut in der Gebärmutterhöhle ähnelt und sich auch so verhält. Endometriose kann in der Gebärmutterwand (Adenomyose), in den Eierstöcken, in der Nähe der Harnblase, zwischen Scheide und Enddarm auftreten und sich auch auf das Bauchfell im Becken ausbreiten. In seltenen Fällen findet man es weit entfernt von der Gebärmutter (z. B. in der Lunge). Bei Endometriose kommt es dann während der Menstruation zu Blutungen an den falschen Stellen, was Reizungen, Verklebungen und Schmerzen verursacht. Medizinisch kann sie mit Antibabypillen behandelt werden, die ohne Unterbrechung eingenommen werden, um die Menstruation zu unterdrücken. Alternativ kann auch eine Hormonspirale verwendet werden, die eine ähnliche Wirkung auf das Gewebe in der Nähe der Gebärmutterhöhle hat. Eine weitere Lösung könnte darin bestehen, so viel Gewebe wie möglich chirurgisch zu entfernen. Wenn kein Wunsch nach Erhalt der Fruchtbarkeit besteht, kann die Entfernung der Gebärmutter angebracht sein. Die chirurgische Behandlung einer schweren Endometriose ist in Deutschland in zertifizierten Zentren konzentriert. Der Grund dafür ist, dass es sich um hochkomplexe Eingriffe handelt, die besondere Expertise erfordern.
Gebärmuttersenkung und Gebärmutterprolaps: Bei einigen Patientinnen kann man beobachten, dass sich die Gebärmutter absenkt, am häufigsten nachdem Frauen mehrmals vaginal entbunden haben. Heutzutage ist es relativ selten zur Lösung des Problems die Gebärmutter zu entfernen. Meistens wird das Problem durch kleinere Eingriffe (Vaginoplastik) behoben.
Quellen: https://www.dak.de/dak/gesundheit/erkrankungen/frauengesundheit/gebaermutterentfernung_138412
https://www.endometriose-vereinigung.de/spezialisierte-behandlung/
Operationstechnik (gutartige Hysterektomien)
Die Qualität der Behandlung wird seit 2003 in Datenbanken überwacht. Dies dürfte zu dem Rückgang der Zahl schwerwiegender Komplikationen beigetragen haben. 86 % aller Operationen werden heute mit sogenannten „minimalinvasiven Techniken“ durchgeführt (meist endoskopische Chirurgie).
Bei einer offenen Hysterektomie wird üblicherweise ein Bikinischnitt durchgeführt, ähnlich wie bei einem Kaiserschnitt. In seltenen Fällen, wenn eine stark vergrößerte Gebärmutter entfernt werden muss, muss der Schnitt längs erfolgen. Bei einem Bikinischnitt durchdringt man 7 Schichten der Bauchwand. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Muskeln nicht durchtrennt, sondern lediglich zur Seite verschoben werden. Sobald die Wunde verheilt ist, kann die Bauchwand wieder so stark sein wie vor der Operation. Sie können am Tag nach der Operation nach Hause gehen und sollten 3-4 Wochen krankgeschrieben sein. Sie können sofort aktiv werden, sollten aber in den ersten zwei Wochen vermeiden, mehr als 10 kg zu heben. Danach können Sie mit normaler Intensität trainieren. Die Empfehlungen können jedoch von Abteilung zu Abteilung variieren.
Bei minimalinvasiven Methoden wird die Gebärmutter mit Instrumenten mit einem Durchmesser von 5-10 mm gelockert, die entweder durch die Bauchwand (laparoskopisch) oder durch die Vagina eingeführt werden. Das Endoskop und die Instrumente werden durch luftdichte Verschlüsse eingeführt, während die Bauchhöhle mit CO2 aufgebläht wird, um einen Überblick zu erhalten. Die zu trennenden Strukturen werden elektrisch „verschweißt“ und anschließend mit einem Messer oder einem Ultraschallmesser durchtrennt. Schließlich wir die Vagina genau an der Übergangsstelle zwischen Scheide und Gebärmutterhals geöffnet. Anschließend wird die Gebärmutter durch die Vagina herausgezogen. Der obere Teil der Vagina wird entweder von oben oder von unten mit Nähten verschlossen, die sich nach etwa einem Monat von selbst auflösen. Beim Vernähen werden auch die Bänder mit einbezogen, die Gebärmutter und Vagina an ihrem Platz gehalten haben. Mit dieser Methode können Sie am Tag der Operation oder spätestens am Tag danach nach Hause gehen und benötigen nur eine Krankschreibung von 2 Wochen. Bei allen Arten von Operationen sollten Sie 6 Wochen warten, bevor Sie Geschlechtsverkehr haben, um ein Loch im oberen Bereich der Scheide (Scheidenspitzenruptur) zu vermeiden. Die meisten Patienten kommen nach der Entlassung mit Paracetamol und Ibuprofen zurecht.
Sie sollten am Tag nach der Operation versuchen, so aktiv wie möglich zu sein, aber vermeiden Sie es in den ersten zwei Wochen, mehr als 10 kg zu heben. Anschließend kann das Training mit normaler Intensität wieder aufgenommen werden.
Wir bieten auch gynäkologische Behandlungen zur Linderung von Beschwerden an.