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Torticollis (Schiefhals)
Erfahren Sie mehr über Torticollis (Schiefhals) und deren Behandlung in diesem Beitrag.
Was ist ein Torticollis?
Torticollis ist die Bezeichnung für eine Fehlstellung des Kopfes bei Säuglingen, die durch eine Verkürzung der Halsmuskulatur auf einer Seite verursacht wird – daher auch die Bezeichnung Schiefhals. Der Muskel, der die Fehlstellung des Kopfes verursacht, heißt Sternocleidomastoideus (Kopfickermuskel). Wenn er verspannt ist, kann er den Kopf in eine schiefe Position zwingen, bei der der Kopf zur verspannten Seite geneigt und zur gegenüberliegenden Seite gedreht ist.
Wenn beispielsweise der rechte Sternocleidomastoidmuskel verspannt ist, liegt das rechte Ohr zur rechten Schulter hin, während das Baby nach links schaut. Es wird daher den Anschein haben, dass das Baby eine bevorzugte Kopfseite hat, entweder die rechte oder die linke, und gleichzeitig den Kopf nicht zur anderen Seite drehen möchte.
Arten von Schiefhals
Schiefhals betrifft bis zu 0,5 % aller Neugeborenen und kann vielfältige Ursachen haben.
Grundsätzlich gibt es zwei Haupttypen von Schiefhals: den angeborenen Schiefhals und den funktionellen Schiefhals, die beide im Folgenden erläutert werden.
Quelle: https://www.onmeda.de/krankheiten/muskulaerer-schiefhals-id200646/
Angeborener muskulärer Schiefhals (congenitaler muscularer torticollis – CMT)
Bei der angeborenen Schiefhalsdeformität entsteht die Krümmung des Halses während der Geburt oder unmittelbar danach. Häufig liegt dies entweder an einem langen Geburtsverlauf oder an einer Geburt, bei der das Baby mit dem Kopf oder den Schultern im Geburtskanal stecken geblieben ist und nicht auf natürlichem Wege herausgedrückt werden konnte. In solchen Situationen kann es beispielsweise notwendig werden, eine Saugglocke zur Entbindung des Babys einzusetzen. Dieser Vorgang kann zu übermäßiger Dehnung, Zugbelastung und zum Reißen des Muskelgewebes im Nacken und Halsbereich des Kindes führen. Dies kann sich durch eine angeborene Fehlstellung des Kopfes äußern, und es kann auch zu einer kleinen Blutung oder Schwellung im Musculus sternocleidomastoideus kommen. Dies wird als kleine Erbse/Knoten im Muskelgewebe sichtbar und fühlbar sein. Die Beschwerden klingen im Heilungsprozess allmählich ab, es können jedoch Narbengewebe im Muskel zurückbleiben, das sich verhärten und steif werden kann.
Eine weitere Ursache für angeborenen Schiefhals ist die Lage des Babys im Mutterleib. Es könnte zum Beispiel sein, dass sich das Baby im Mutterleib schon lange in derselben Position befindet und dabei Druck auf Kopf und Nacken ausgeübt wird. Eine erhöhte Häufigkeit von Schiefhals ist zu beobachten, wenn das Baby mit dem Po nach unten im Mutterleib liegt; diese Position nennt man Beckenendlage (oft auch als Steißlage bezeichnet).
Quelle: https://www.deine-gesundheitswelt.de/schwangerschaft-geburt/beckenendlage
Schließlich kann bei dem Kind eine genetische Veranlagung zur Entwicklung eines Schiefhalses vorliegen, wenn die Eltern als Kinder daran litten.
Bei angeborenem Schiefhals ist eine ausgeprägte Vorzugsseite zu erkennen, bei der der Kopf des Kindes zu einer Schulter geneigt und zur gegenüberliegenden Seite gedreht ist. Die aktive und passive Beweglichkeit des Kopfes ist eingeschränkt, und das Kind kann den Kopf in der Regel nicht zur betroffenen Seite drehen.
Sehen Sie hier, wie wir durch unser Babybehandlung helfen können.
Funktioneller Schiefhals (Haltungsschiefhals)
Die Ursachen des funktionellen Schiefhalses sind die gleichen wie die des angeborenen Schiefhalses.
Funktioneller Schiefhals kann unmittelbar nach der Geburt und bis zu einigen Wochen nach der Geburt auftreten.
Klinisch ähnelt es dem angeborenen Schiefhals, ist aber weniger ausgeprägt. Hierbei handelt es sich nicht um eine Schwellung/Blutung im Musculus sternocleidomastoideus, sondern um eine erhöhte Spannung im Muskel.
Bei einem funktionellen Schiefhals ist die Krümmung von Hals und Kopf gleich, das Kind kann den Kopf jedoch nur eingeschränkt aktiv zur betroffenen Seite drehen. Dies kann als die bevorzugte oder Lieblings-Seite des Kopfes in eine Richtung beschrieben werden.
Wenn Eltern eine beginnende Bevorzugung einer Seite nicht bemerken, kann sich innerhalb kurzer Zeit ein abgeflachter/schiefer Hinterkopf entwickeln – auch Plagiozephalie genannt. Dies tritt auf, wenn das Baby auf dem Rücken liegt und vorwiegend mit dem Kopf beispielsweise nach rechts zeigt, sodass der Druck auf den Hinterkopf auf der rechten Seite zunimmt.